Ich hatte es ja versprochen, es kommen wieder mal ein paar Spammer an meinen virtuellen Pranger. Heute präsentieren wir frischen Spam von MeinBu.ch. (Bewusst kein Link, ich traue „nofollow“ noch nicht zuviel zu). Diesmal setzte ich gleich mal ein paar Pings zu den geschätzten Bloggerkollegen, die diese Firma als Dienstleister genutzt haben oder andere Hinweise dorthin in ihren Blogs haben. Ich würde mich über Reaktionen von euch freuen!
Hier der SPAM, den ich erhalten habe:
Sehr geehrte Autorin,
sehr geehrter Autor,wir würden gern Ihr Buch veröffentlichen! Mein Buch ist der Dienst-
leisterverlag, dem mehr als 200 Autoren allein im vergangenen Jahr
ihr Vertrauen geschenkt haben – und für die unser Service die
Startplattform für ihr Buchprojekt war. Daraus entstanden ist eine
der größten Autorengemeinschaften Europas – mit vielen Vorteilen
für jeden einzelnen. Wenn auch Sie Ihr Buch bei uns veröffentlichen
möchten, freuen wir uns auf Ihren Besuch unter www.MeinBu.chOder fordern Sie unsere kostenlose Autorenmappe an! Sie erreichen uns
kostenlos aus Deutschland unter der Telefonnummer 0800-634 62 82,
aus dem Ausland wählen Sie bitte 0049-40-36 96 96 42.
Dort beantworten Ihnen unsere Autorenbetreuerinnen gerne alle Fragen.Wir geben Autoren die Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen.
Wir freuen uns auf Sie!
+——————————————————————-+
| Mein Buch, Elbdock, Hermann-Blohm-Str. 3, 20457 Hamburg |
| Freecall: 0800-6346282, Fax: 0800-6346281, http://www.MeinBu.ch |
+——————————————————————-+Bücher schreiben ist ein Ausdruck von Freiheit.
Lassen Sie sich keine Grenzen setzen.Sie haben diese Nachricht von einem anderen Autor erhalten, der uns
weiter empfiehlt (generiert über die Seite
http://www.meinbu.ch/cgi/Weitersagen.cgi). Wir bedanken uns für
diese Empfehlung. Ihre Daten werden bei uns nicht gespeichert.
Mein Buch mailt niemals unaufgefordert Fremde an.
Zunächst dachte ich ja, dass mich die Mail erwischt hat, weil ich schon an zwei Büchern mitgewirkt habe. Aber als dann die Mail auch an einen Role-Account unserer Firma eingegangen ist, war klar, dass es zielloser SPAM an vermutlich geharvestete E-Mail-Adressen war.
Interessant scheint mir auch die Tatsache, dass die Aktionen dieser in Hamburg ansässigen Firma vollständig über das Ausland laufen. Der SPAM-Versand erfolgt zwar von einem deutschen Dialup geht dann aber erst mal über einen Host in Spanien. Vielleicht hat man festgestellt, dass eine direkte Einlieferung von Telekom-Dialups in Deutschland kaum möglich ist? Wie auch immer: Der Server, der die Webseite ausliefert steht in der Schweiz. Auch nicht gerade förderlich, wenn man versucht gegen den Spammer vorzugehen. Beschwerden an beide Firman sind auf jeden Fall raus.
Die Seite verkauft zumindest das, was man verspricht: „Books on Demand“. Der Spam wirbt also wirklich für das Produkt des Anbieters und versucht einen nicht auf eine Pronoseite oder ähnliches zu „entführen“.
Hier der Vollständigkeit halber noch die beiden SPAM-Mails als mbox-Datei (6kB).
Der Verlag „Mein Buch“ ist ist unterdessen Konkurs gegangen. Der obige Spam war vermutlich ein verzweifelter letzter Versuch, die Firma durch Aufträge zu retten. Sie haben kurz vor dem Konkurs noch ein Buch von mir veröffentlich, ich war aber mit dem Preis/Leistungs-Verhältnis sehr unzufrieden. Nach dem Konkurs verstand ich besser, warum die Leistung so mies war: Die Firma war bereits am Absaufen.
Da sieht man mal, dass SPAM kein gutes Geschäftsmodell ist. Allerdings fände ich es begrüßenswert, wenn es beim nächsten deutschen Spammer keine zwei Jahre bis zur Insolvenz dauert. 🙂