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Wie man ein „Weblog“ erklären kann

Heute habe ich es wieder gelesen: „Internettagebuch„. Das dieses Unwort immer noch nicht ausgestorben ist.

Wenn jemandem weiß, was eine Webseite ist, und ich ihm erklären soll, was ein Weblog ist, dann so: „Ein Weblog ist eine Art persönliche Newsseite„. Das Wort hat ein gute Freund mit scharfsinnigem Verstand mal für mich geprägt – ohne das er selbst Blogger wäre. Und ich finde diese Übersetzung Klasse. Denn es streicht das Teenager-Image des Tagebuchs. Es sagt „persönlich“ – von einer/mehreren Person(en) – nicht „privat“, schließt also geschäftliche Weblogs nicht aus. Dennoch erfast es das Andere im Vergleich zu journalistischen Webseiten. Und wie bei einer „großen“ Newsseite gibt es in Weblogs die tagesaktuellen Artikel auf der Startseite. Der Rest wandet in das Archiv, nach Rubrik, Datum und Schlagwörtern sortiert und über die Suche auffindbar. Und schließlich berichten auch die großen Nachrichtenseiten dieser Welt nicht nur von tagesaktuellen Themen sondern schließen auch Hintergrundberichte und Beiwerk mit ein.

Aus diesen Gründen ist die Umschreibung eines Weblogs als „persönliche Newsseite“ seit langem mein Favorit für den Einstieg in eine Erklärung, was denn nun ein Weblog ist. Und wer keine Anglizismen mag, darf auch gerne „persönliche Nachrichtenseite“ sagen. Nur bitte kein „Internettagebuch“ mehr. Danke.

2 Kommentare

  1. T.

    Der von dir ja hoch geschätzte Martin Röll hat Bloggen mal umschrieben, als „eine Email an jemanden, den man noch nicht kennt“.

    Zitatquelle, aber ihm wohl
    fälschlicherweise zugeschrieben.

    Was sagst du denn dazu – denn so ganz gleichzusetzen ist das ja nicht mit deiner Auffassung von Weblogs, oder ?

  2. Naja, so unterschiedlich sehe ich die Aussagen nicht:

    1. „persönlich“ Die „E-Mail die man an jemanden schreibt, den man nicht kennt“ sagt in meinen Augen auch aus, dass es ein persönliches Medium ist. Ich als Person schreibe das – egal ob ich für mich privat oder für die Firma spreche.

    2. „news“ In einer E-Mail geht es (in der Regel) um aktuelle Themen. Gerade wenn man sie Freunden schreibt, bereichtet man häufig von den neusten Erlebnissen oder ähnlichem. Den persönlichen News eben. Sie enthalten aber auch (wie Weblogs) Hintergrundwissen etc.

    Bis hier also eigentlich eine gute Übereinstimmung. Bei dem E-Mail-Vergleich fehlt mir daher eigentlich nur der Aspekt, in welcher Form die Daten danach zugreifbar sind. Das verpacke ich in der „Newsseite“.

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